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Fruktose-Intoleranz Ratgeber vom Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin

by Patrick

Fruktose-Intoleranz Ratgeber von ZAEN

Der Ratgeber wird vom Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e. V. empfohlen.

Wissenswertes

Fruchtzucker oder Fruktose stammt aus dem lateinischen fructus = Frucht und ist ein Einfachzucker und kommt von Natur aus in Obst und Gemüse vor. Der vielverwendete Haushaltszucker (Saccharose) besteht zur Hälfte aus Fruchtzucker (Fruktose) und Traubenzucker (Glukose).

Ursachen einer Fruktose-Unverträglichkeit

Für die Verdauung von Fruchtzucker werden die sogenannten GLUT-5 Transporter im Darm benötigt. Diese speziellen Transporter befördern die Fruktosemoleküle durch die Darmwand ins Blut. Die Kapazität der Menge die GLUT-5 Transporter auf einmal befördern können, ist auf ca. 35 bis 50 Gramm beschränkt. Wenn nun auf einmal mehr Fruchtzucker in den Körper kommt, als er aufnehmen kann, wird dieser mit kräftigen Schüben in den Dickdarm weitergeleitet. Dort wird Fruchtzucker von angesiedelten Bakterien für ihre eigene Energie verwendet und bilden als Nebenprodukt Gase. Die Kontroll-Nerven im Darm melden diesen Vorgang ans Gehirn und dieses reagiert darauf mit Schmerzen da etwas nicht stimmt.

Bei Personen mit einer Fruktose-Malabsorption funktionieren diese GLUT-5 Transporter nicht oder nur in eingeschränkter Form. Das bedeutet, dass auch bereits kleine Mengen an Fruktose zu eben genannten Beschwerden führen können. Die deutsche Gesellschaft für Allergologie schätzt, dass jeder dritte Erwachsene bereits auf eine Menge von 25 Gramm Fruktose mit entsprechenden Symptomen reagiert.

Symptome und Krankheitsgeschichte

Die üblichen Symptome sind Durchfall, Blähungen und Bauchweh. Doch es gibt auch weitere Symptome die viele Betroffene nicht direkt mit der Unverträglichkeit in Zusammenhang bringen. Dazu gehören Müdigkeit, Antriebsschwäche, Lustlosigkeit, Zappeligkeit und Kopfschmerzen. Wenn die Fruktose-Malabsorption über einen längeren Zeitraum nicht entdeckt und/oder behandelt wird, kann es darüber hinaus noch zu einer Fehlbesiedlung des Darms (small intestinal bacterial overgrowth syndrome) kommen.

Diagnosemethoden

Zu den zuverlässigsten Diagnosemethoden gehört der H2-Atemtest. Hierbei wird eine bestimmte Menge Fruchtzucker getrunken die weit über die vertragbare Menge hinausgeht. Somit gelangt die Fruktose in den Dünndarm und produziert ungewünscht Gase. Doch genau durch diesen Vorgang, kann im Atem der betroffenen Person der Wasserstoff H2 und somit der Wert der nicht vertragenen Menge gemessen werden. Der Test wird nach dem Verzehr der Flüssigkeit alle 30 Minuten durchgeführt und sobald der Wert über 20 ppm steigt, spricht man definitionsgemäß von einer Fruktose-Malabsorption.

Der gleiche Test kann auch für Laktose (Milchzucker) und Sorbit durchgeführt werden. Viele Ärzte empfehlen bei Verdacht immer alle drei zu absolvieren.

Ernährung bei Fruktose-Unverträglichkeit

Sobald die Diagnose feststeht, sollten fruchtzuckerreiche Lebensmittel vorerst gemieden werden. Jedoch sollte Fruchtzucker nicht komplett vom Speiseplan verschwinden, sondern die individuelle Toleranzgrenze. Dazu wird das bereits bewährte drei Phasen Modell empfohlen.

  1. Abstand vom Fruchtzucker
  2. Langsames Herantasten
  3. Gut gerüstet in den Alltag

So sieht die Praxis aus

Theorie und Praxis sind auch bei einer Fruktose-Malabsorption oft sehr unterschiedlich.

Welche Lebensmittel enthalten Fruktose?

Grundsätzlich kommt Fruchtzucker in Obst, Gemüse und industriell erzeugten Produkten vor. D.h. es muss bei allen Fertigprodukten genau auf die Zutatenliste geachtet werden. Der Begriff „Zucker“ wird darauf immer als Begriff für den Haushaltszucker verwendet welcher je zu einem Molekül aus Fruktose und einem Molekül Glukose besteht. Dieser Haushaltszucker wird i.d.R. gut vertragen aber die Zuckermenge sollte trotzdem weitgehend gemieden werden. Produkte mit weiteren Angaben wie Fruktose, Fruktose-Sirup, Maissirup, Agavendicksaft oder Glukose-/Fruktose-Sirup sollten gänzlich gemieden werden. Um dennoch eigene Mahlzeiten süßen zu können, kann neben Haushaltszucker auch auf Traubenzucker, Kirschsirup Gluco-fruit, Reissirup und ggf. feste Honigsorten zurückgegriffen werden.

Süßstoffe ja, Zuckeraustauschstoffe nein!

Süßstoffe werden von vielen Betroffenen ohne Probleme vertragen, da es sich chemisch gesehen nicht um Zucker handelt. Anders ist es bei Zuckeraustauschstoffen. Diese werden ebenfalls von den GLUT-5 Transportern verarbeitet und nehmen dem Fruchtzucker somit den Platz weg.

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die gängigsten Süß- und Zuckeraustauschstoffe.

Tipps für die Speisenzubereitung

Die folgenden Tipps wurden eins zu eins aus dem Original übernommen:

Tipp 1: Lebensmittel, die neben Fruchtzucker oder Sorbit auch Traubenzucker (Glukose) enthalten, sind besser verträglich als solche mit ausschließlich hohen Fruktosemengen. Das liegt daran, dass Traubenzucker die Bereitschaft des GLUT-5- Transporters erhöht, Fruktose durch die Darmwand ins Blut zu befördern. Oftmals lässt sich die Verträglichkeit z. B. von Obst erhöhen, wenn Sie ein wenig Traubenzucker darüber streuen.

Tipp 2: Hilfreich kann auch ein hoch glukosehaltiger Kirschsirup sein, z. B. Gluco-Fruit (Reformhaus®/Bergland Pharma). Mit Wasser verdünnt, ist er ein erfrischendes und leckeres Getränk, das die Verträglichkeit der ganzen Mahlzeit verbessern kann.

Tipp 3: Häufig machen fruktosehaltige Lebensmittel weniger Beschwerden, wenn sie zusammen mit Eiweiß und/ oder Fett gegessen werden. Der Speisebrei wird dann langsamer transportiert, sodass die Transporter mehr Zeit haben, Fruktose aus dem Darm ins Blut zu befördern. Obst beispielsweise kann als Quarkdessert gegessen werden, zum Gemüse gibt es ein Stück Fisch mit zerlassener Butter/ Margarine.

Tipp 4: Obstsäfte wählen Sie nach dem Fruktosegehalt der jeweiligen Obstsorte aus. Eventuell verdünnen Sie sie oder süßen mit Traubenzucker nach. Limonaden sollten eher nicht getrunken werden.

Tipp 5: Aus dem Reformhaus® sind als süße Brotaufstriche gut geeignet: – alle Wildfrucht-Aufstriche – Frisch-Feigenmus, Hagebuttenmus und Hagebutten-Konfitüre – Marmelade Bitter Orange und Ingwer-Konfitüre – im Sommer die Neue Ernte Himbeere/Erdbeere – im Winter die Festliche Winterholunder Diese Konfitüren sind alle mit Rohrzucker gesüßt, der zu gleichen Teilen Glukose und Fruktose enthält. Außerdem enthalten die verwendeten Früchte mehr Glukose als Fruktose.

Tipp 6: Arzneimittel, besonders flüssige, können auch Fruktose, Xylit oder Sorbit enthalten. Dazu und zu Alternativen gibt der Apotheker Auskunft.

Außerdem wissenswert

Da Fruchtzucker in Obst- und Gemüsesorten vorkommt, essen Personen mit einer Fruchtzucker-Malabsorption davon meist wenig. Doch genau in diesen beiden Lebensmittelgruppen befinden sich sehr viele essenzielle Vitamine und Nährstoffe. Daher ist es wichtig die Obst- und Gemüsesorten mit geringem Fruchtzuckeranteil zu wählen und die maximale Menge der eigenen Toleranzgrenze täglich zu sich zu nehmen, um den Vitamin- und Nährstoffbedarf so gut es geht zu decken. Somit muss nicht zwingend weniger Obst und Gemüse gegessen werden, sondern vielmehr die richtigen Sorten.

Qualitätsaspekt

Die Qualität der Lebensmittel spielt eine wichtige Rolle. Frische Lebensmittel, sowie eine schonende oder möglichst werterhaltende Verarbeitung, liefern das Optimum an lebenswichtigen Nähr- und Wirkstoffen für den Körper. Jegliche Form von Zusatzstoffen wie künstliche Farbstoffe, chemisch-synthetische Konservierungsmittel oder Nitritpökelsalz sind überflüssig und nicht empfehlenswert. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass Öle immer kalt gepresst wurden, Honig kalt geschleudert wurde, pflanzliche Lebensmittel aus ökologischem Anbau und Milchprodukte aus artgerechter Tierhaltung stammen.

Lebensmittelübersichtstabelle

Die folgende Tabelle dient als Orientierungshilfe für den Alltag. Trotzdem muss immer auch auf die individuelle Verträglichkeit geachtet werden.

Sinnvolle Nahrungsergänzung

Zu den sinnvollsten Nahrungsergänzungsmitteln gehören Probiotika zur Unterstützung der Darmflora durch Lactobazillen und Bifido-Bakterien, Vitamine und Mineralstoffe die durch länger anhaltende Durchfälle im Körper verloren gingen und im speziellen Folsäure und Zink, da bei vielen Personen mit einer Fruktose-Malabsorption ein Mangel dieser beiden Mikronährstoffe festgestellt wurde.

Quellen

Artikel: http://www.reformkontor.de/files/Fruktose-Intoleranz.pdf

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