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Reizdarmsyndrom – Eine häufig gestellte Diagnose bei Fructoseintoleranz

by Patrick

Patienten denen beim Arztbesuch die Diagnose Reizdarmsyndrom mitgeteilt wird, verlassen die Praxis mit dem selben Wissensstand als sie gekommen sind. Viele sind sogar mit dieser Information etwas deprimierter da der Arzt unterschwellig (oder direkt) mitteilt, dass es quasi keine Heilung dazu gibt.

Reizdarmsyndrom – Definition und Abgrenzung

Eine klare Definition für das Reizdarmsyndrom (oder Irritables Darmsyndrom (IDS), Reizkolon, Colon irritabile bzw. auf englisch irritable bowel syndrome (IBS)) gibt es im deutschsprachigen Raum nicht (Stand 2017). Zwar gibt es von der American Gastroenterological Association eine Abgrenzung, jedoch umfasst diese so ziemlich alle Beschwerden, die im Darm auftreten können. Genau so wird dieser Begriff auch in der Regel im Deutschen verwendet. Nämlich in jenem Fall wenn man die Darmbeschwerden keinem Problem direkt zu ordnen kann – dann spricht man von einem Reizdarmsyndrom.

Als Unterteilung gibt es lediglich die folgenden drei Varianten, die auf den Stuhlgang bezogen sind.

  • Diarrhoe-prädominantes Reizdarm-Syndrom (RDS-D) bei Durchfällen
  • Obstipations-prädominantes Reizdarm-Syndrom (RDS-O) bei Verstopungen
  • Reizdarmsyndrom (RDS-M) mit wechselnden Stuhlgang

Doch auch diese Unterteilung sagt nur sehr wenig über das eigentlich Problem aus. Dementsprechend ist es wichtig zu erwähnen, dass ein Reizdarmsyndrom grundsätzlich keine klare Diagnose darstellt und sich Patienten damit auch nicht zufriedenstellen sollen.

Gründe für Reizdarmsyndrom

Da das Reizdarmsyndrom nicht genau definiert ist, kommen viele mögliche Ursachen in Frage. Die am häufigsten vorkommenden sind Stress, falsche Ernährung, verzehrte Infekte, Antibiotika, regelmäßige Beschwerden durch unbewusste Intoleranzen oder Allergien, Würmer und Pilze, psychische Belastungen sowie mögliche Mischungen der eben genannten. Gute Ärzte können die Ursachen nach einem detaillierten Anamnesegespräch zwar eingrenzen aber sollten Tests dahingehend nicht zu einer Besserung führen, muss allen möglichen Gründen nachgegangen werden.

Reizdarmsyndrom bei einer Fructoseintoleranz

Einer dieser Gründe aus dem oben angeführten Punkt kann aufgrund einer Fructoseintoleranz sein. Hierzu gibt es folgende Unterscheidungen:

  • Reizdarmsyndrom wurde diagnostiziert da die Fructoseintoleranz nicht bemerkt wurde

Nahrungsmittelintoleranzen bekommen zwar in der Medizin von Jahr zu Jahr mehr Aufmerksamkeit, doch es gibt immer viele die sich mit dem Thema nicht intensiv genug auseinandersetzen. So werden manche Patienten mit der Diagnose Reizdarmsyndrom und der Empfehlung sich zu entspannen und sich gesund mit Obst und Gemüse zu ernähren, entlassen. Dies führt jedoch unbewusst zu mehr Beschwerden, da Obst und Gemüse viel Fructose besitzen. In diesem Fall besitzt der Patient gar kein Reizdarmsyndrom sondern schlichtweg eine Fructoseintoleranz.

  • Reizdarmsyndrom aufgrund einer spät diagnostizierten Fructoseintoleranz

Im oben genannten Fall, mussten die Patienten einige Zeit auf eine klare Diagnose warten und hatten in dieser Zeit ständig mit Beschwerden zu tun. Diese Beschwerden machen dem Darm schwer zu schaffen und je nach Länge und Intensivität kann dabei auch eine Dysbiose (gestörte Darmflora) entstehen. Dadurch ist der Darm auch ohne der Zunahme von Fructose ständig gereizt und kann zu Beschwerden führen.

  • Reizdarmsyndrom als Auslöser einer Fructoseintoleranz

Bei einem Reizdarmsyndrom funktioniert der Darm grundsätzlich nicht so wie er sollte. Der Darm hat einen großen Einfluss auf unser Immunsystem und beschützt uns vor Krankheitserregern. Kann der Darm nicht mit voller Stärke seiner schützenden Arbeit nachgehen, ist die Gefahr auch höher eine Fructoseintoleranz zu entwickeln. Dementsprechend können generelle Darmprobleme auch der Auslöser für eine Fructoseintoleranz sein.

Mögliche Heilung bei Reizdarmsyndrom

Um ein Reizdarmsyndrom zu heilen muss der Ursache auf den Grund gegangen werden. Nur wenn man herausfinden kann woher die Probleme kommen, kann man auch versuchen diese zu eliminieren oder zumindest zu minimieren. Ein möglicher Test hierbei ist der H2 Atemtest auf eine mögliche Fructoseintoleranz. Weitere Tests die durchgeführt werden können sind:

  • H2 Atemtest auf weitere Zuckerintoleranzen (Laktose, Sorbit, Glukose, etc.)
  • Darmspiegelung / Magenspiegelung
  • Test auf Dünndarmfehlbesiedelung
  • Bluttests
  • Stuhlgangproben
  • Harnproben
  • Stresstests
  • Gespräche mit Psychologen

Ob und welche Tests durchgeführt werden müssen, entscheidet i.d.R. immer der behandelnde Arzt nach bestem Wissen und Gewissen selbst.

Quellen

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4729202/

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