Home Allgemein Wie hängt die Sorbitintoleranz mit einer Fructoseintoleranz zusammen?

Wie hängt die Sorbitintoleranz mit einer Fructoseintoleranz zusammen?

by Patrick

Sorbit oder Sorbitol (E420) ist ein Zuckeraustauschstoff der vom Körper über die Darmwand im Dünndarm aufgenommen wird. Von dort kommt Sorbit über das Blut zur Leber und wird anschließend in Glukose oder Fructose umgewandelt. Bei einer Personen mit einer Sorbitintoleranz ist dieser Vorgang gestört und führt somit bereits im Dünndarm zu Beschwerden.

Sorbit verschlechtert die Fructoseintoleranz

Sorbit sollte bei einer Fructoseintoleranz strengsten gemieden werden. Denn Sorbit hemmt die GLUT-5 Transporter, die eigentlich für den Abbau von Fructose zuständig sind und bei Personen mit einer Fructoseintoleranz ohnehin bereits nur in geringen Mengen vorhanden sind. Die Aufnahme von Sorbit sorgt dementsprechend dafür, dass der Körper noch weniger Mengen an Fructose verträgt. Daher muss in der Karenzphase auch strengsten auf eine sorbitfreie Ernährung geachtet werden. In der darauffolgenden Test und Aufbauphase, in der wieder langsam Lebensmittel mit Fructose gegessen werden können, muss ebenfalls die Menge an Sorbit exakt berücksichtigt werden, um genaue Rückschlüsse ziehen zu können. Ansonsten wird die Toleranzgrenze durch die Menge an Sorbit verfälscht.

Sorbit wirkt abführend

Sorbit kann in hohen Mengen auch bei gesunden Menschen (ohne Fructose- und/oder Sorbitintoleranz) abführend wirken. Denn Sorbit entzieht dem Körper das Wasser aus den Darmzellen und behält es im Stuhl. Somit wird der Stuhl breiiger bis hin zu ganz flüssig und beschleunigt die Ausscheidung. Bis zu 5 Gramm pro Tag kann im Durchschnitt gut aufgenommen werden. Alles darüber hinaus führt schnell zu Blähungen und in weiterer Folge zu Durchfall. Aus diesen Gründen steht auf vielen Lebensmittelverpackungen die Info “kann in großen Mengen abführend wirken” bei einem höheren Anteil an Sorbit.

Test auf Sorbitintoleranz

Der Test bei dem man feststellen kann ob man an einer Sorbitintoleranz leidet und diese Intoleranz der Grund für die unangenehmen Beschwerden ist, ist der Selbe H2 Atemtest wie bei einer Fructoseintoleranz – so auch bei einer Laktoseintoleranz. Bei diesem Test bekommen die Personen auf nüchternen Magen eine Flüssigkeit mit reinem Sorbitzucker in flüssiger Form verabreicht. Danach wird jeweils in einem 30 minütigen Abstand die Wasserstoffmenge im Atem gemessen. Durch den entstehenden Wasserstoff im Dickdarm kann man mit Hilfe des Messgeräts aufgrund der Menge an Sorbit, die nicht verarbeitet wurde, auf eine Sorbitintoleranz zurückschließen.

Therapiemöglichkeiten bei einer Sorbitintoleranz

Eine effiziente Therapiemöglichkeit bei einer Sorbitintoleranz ist derzeit nicht bekannt. Gleich wie bei der Fructoseintoleranz sollte zu Beginn eine Karenz durchgeführt werden, um den Darm vorerst zu beruhigen. Anschließend müssen die Lebensmittel individuell in Maßen auf ihre Verträglichkeit getestet werden. Es empfiehlt sich hierbei mit Lebensmittellisten vorzugehen, die die jeweilige Sorbitmenge angeben. Trotzdem reagiert jeder Körper unterschiedlich und besitzt eine unterschiedliche Toleranzgrenze.

Sorbit versteckt sich in vielen Produkten

Sorbit ist nicht nur in sehr vielen Lebensmitteln enthalten, sondern auch in diversen Produkten, bei denen man es auf den ersten Moment nicht ahnt. Dazu zählen beispielsweise Folgende:

  • Zahnpasta
  • Mundhygienemittel
  • Bier
  • Wein
  • Diät und Light Produkte
  • Eis und Eiscreme
  • Kaugummis
  • diverse Medikamente
  • diverse Nahrungsergänzungsmittel

Daher berichten viele Betroffene von weiterhin auftretenden Beschwerden auch bei Einhaltung einer fructose- oder sorbitfreien Ernährung. Darüber hinaus kommt Sorbit auch in natürlicher Form in Früchten und Gemüse vor. Zu guter Letzt stehen folgende E Nummern für Sorbit oder einer Form von Sorbit:

  • E 420 Sorbit
  • E432 Polyoxyethylen-sorbitan-monolaurat (Polysorbat 20) Polysorbate, Emulgatoren
  • E433 Polyoxyethylen-sorbitan-monooleat (Polysorbat 80)
  • E434 Polyoxyethylen-sorbitan-monopalmitat (Polysorbat 40)
  • E435 Polyoxyethylen-sorbitan-monostearat (Polysorbat 60)
  • E436 Polyoxyethylen-sorbitan-tristearat (Polysorbat 65)
  • E491 Sorbitanmonostearat
  • E492 Sorbitantristearat
  • E493 Sorbitanmonolaurat
  • E494 Sorbitanmonooleat
  • E495 Sorbitanmonopalmitat

Fazit

Das Fazit kurz und bündig. Sorbit sollte ebenso vermieden werden wie Fructose.

 


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