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Fructoseintoleranz

by Patrick

Definition und Abgrenzungen

Fructoseintoleranz ist ein weitläufiger Ausdruck, der immer verwendet wird wenn Personen die durch Nahrung zugeführte Fructose nicht richtig verarbeiten können und somit an verschiedensten Formen von Beschwerden leiden. Diese Beschwerden können in Form von Verdauungsproblemen bis hin zu mangelnden körperlichen Fähigkeiten und schweren Depressionen auftreten. Man unterscheidet hier in eine hereditäre Fructoseintoleranz, die in der Regel angeboren ist und eine Fructosemalabsorption (Fruchtzuckerunverträglichkeit), die erworben werden aber auch wieder geheilt werden kann.

Hereditäre Fructoseintoleranz

Bei einer hereditären Fructoseintoleranz (kurz: HFI) leiden die Personen an einem genetisch bedingten Enzymdefekt, der vererbt oder bereits angeboren ist. Einer von 20.000 in Europa leidet an dieser Krankheit und reagiert sehr stark bereits auf kleinste Mengen von Fructose. Eine zu hohe Menge an Fructose kann für die Betroffenen sogar lebensbedrohlich sein.

Personen, die an einer hereditären Fructoseintoleranz leiden, müssen daher auf eine lebenslange Karenz von Fructose und Saccharose achten. Des Weiteren gilt es sicherzustellen, dass der Mikronährstoffhaushalt aufrecht erhalten bleibt, was bei einer Ernährung ohne Früchte und Gemüse (bzw. in minimalsten Mengen) oft sehr schwierig ist. Hier sollten die Betroffenen unbedingt mit einem Experten zu Beginn der Therapie zusammenarbeiten.

Fructosemalabsorption

Bei einer Fructosemalabsorption oder Fruchtzuckerunverträglichkeit leiden die Person an zu wenig GLUT 5 Transportern. Die GLUT 5 Transporter sind im Körper für die richtige Verarbeitung der Fructosemoleküle zuständig. Wenn zu wenig dieser GLUT 5 Transporter zu Verfügung stehen und gleichzeitig große Mengen an Fructose konsumiert wird, kommt die Fructose unverarbeitet in den Dickdarm und führt dort zu Problemen. Das bedeutet, dass bei einer Fructosemalabsorption zwar Fructose vertragen wird aber nur bis zu einer gewissen Menge. Diese gewisse Menge ist bei jedem etwas unterschiedlich und kann auch mit der Zeit variieren.

Personen mit einer Fructosemalabsorption sollten dementsprechend ihre eigene persönliche Grenze kennen, um die täglichen Konfrontationen mit der Nahrung im modernen Alltag zu meistern.


Ursachen

Eine Fructosemalabsorption kann man jederzeit entwickeln. Mit einer strikten Diät besteht die Möglichkeit diese auch wieder loszuwerden, jedoch gibt es keine wissenschaftlich belegte Vorgehensweise, um eine komplette Heilung zu garantieren. Worin die genauen Ursachen bei einer Fructosemalabsorption liegen ist noch immer unklar. Man geht jedoch davon aus, dass ein erhöhter Zucker- bzw. Fruchtzuckerkonsum einen großen Beitrag dazu leistet. Gerade Fruchtzucker ist aufgrund der vielen Vorteile für die Industrie in nahezu allen Lebensmitteln enthalten. Bei beispielsweise Brot, Wurst, Fertiggerichten und Saucen wird Fructose als Geschmacksträger und Haltbarkeitsverlängerung beigesetzt. Weitere Ursachen sind Toxine und Pilzinfektionen, die ebenfalls zu einer Fructosemalabsorption führen können.


Symptome

Die Liste der Symptome bei einer Fructosemalabsorption ist lang. Zum einen reagiert jeder Mensch unterschiedlich auf Fructose und zum anderen leiden bereits viele Personen neben der Fructosemalabsorption an weiteren Intoleranzen und Unverträglichkeiten. Zu den am öftesten genannten Symptomen gehören:

  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Blähungen und Blähbauch
  • Krämpfe
  • Unwohlsein
  • Übelkeit

Bei länger anhaltenden Beschwerden kann es auch zu:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Müdigkeit
  • Nährstoffmangel und
  • Depressionen

führen.


Diagnose

Die aktuell gängigste Methode um eine Fructosemalabsorption zu diagnostizieren ist der H2-Atem-Test. Bei diesem Test bekommen die Personen auf nüchternen Magen reine Fructose in flüssiger Form verabreicht. Danach wird jeweils in einem 30 minütigen Abstand die Wasserstoffmenge im Atem gemessen. Durch den entstehenden Wasserstoff im Dickdarm, kann man mit Hilfe des Messgeräts auf Grund der Menge an Fructose, die nicht verarbeitet wurde auf eine Fructosemalabsorption zurückschließen. Bei einem Wert von bis zu 10 ppm kann eine Fructosemalabsorption ausgeschlossen werden, während bei einem Wert von über 20 ppm von einer Fructosemalabsorption ausgegangen werden kann.

Auch wenn dieser Test mittlerweile sehr häufig angewendet wird, ist trotzdem Vorsicht geboten. Denn bei Personen mit einer heriditären Fructoseintoleranz kann die Flüssigkeit mit reinem Fruchtzucker lebensbedrohliche Folgen haben. Weiters kann der Test bei falscher Vorbereitung, ungenaue Ergebnisse oder gar ein negatives Ergebnis hervorbringen obwohl eine Fructosemalabsorption vorliegt. Die Diagnosemöglichkeiten sind daher im Vorfeld mit einem Facharzt abzusprechen.


Therapie – Das 3 Phasen Modell

Eine wissenschaftlich fundierte Therapie oder Vorgehensweise die zu einer vollständigen Heilung führt, gibt es aktuell noch nicht. Trotzdem ist es möglich, dass eine Fructosemalabsorption mit der Zeit und bei Durchführung eine einer strikten Ernährungsform auch wieder verschwindet. Mit strikter Ernährungsform ist jedoch nicht gemeint, komplett auf Fructose zu verzichten sondern die eigene Toleranzgrenze nicht überschritten wird.

Eine bewährte Methode zur Linderung der Beschwerden und Erhöhung der eigenen Toleranzgrenze ist die Durchführung des 3 Phasen Modells bei Fructoseintoleranz.


Ernährung

Bei einer optimalen Ernährungsform nimmt man täglich nicht mehr Fruchtzucker zu sich als der Körper absorbieren kann. Möglichkeiten, Rezepte und Lebensmittel finden Sie im Punkt Ernährung und Rezepte.

 


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